Was zum Kuckuck ist Blockchain?! 5 Dinge, die Digital Marketers unbedingt wissen sollten

 
 

Wie ein Phantom geistert derzeit ein neues Thema durch die Marketingagenturen. Und nein, es handelt es sich nicht um eine Einladung zum Fight Club, die jemand im Kopierer vergessen hat. Doch das Thema hat ohne Zweifel Zündstoff, denn es könnte Marketing so wie wir es kennen komplett transformieren.

Es ist Zeit, über Blockchain zu sprechen, die bedeutendste disruptive Schlüsseltechnologie der letzten Jahrzehnte. Bereits jetzt unterstützt sie eine große Zahl von Internet-Transaktionen und hat das Potenzial, die Art wie digitale Vermarkter Datenströme nutzen und mit Zielgruppen interagieren, in naher Zukunft grundlegend zu verändern. Und so viel sei von Anfang an klar gestellt: Trotz seiner Open-Source-Architektur ist Blockchain absolut sicher, zuverlässig und transparent.

„So revolutionär es auch klingen mag - Blockchain ist tatsächlich eine Technologie, die jedem Nutzer den höchsten Grad an Disponierbarkeit und Steuerung bietet. Keine verpassten Transaktionen mehr, keine menschlichen oder maschinellen Fehler und keine Exchange-Plattform, die ohne Zustimmung der beteiligten Partner betrieben wird,” schrieb Ian Khan, dreifacher TEDx Redner, Autor und Futurist.

Hier ein kurzer Überblick, was Marketer unbedingt wissen müssen, um beim nächsten Gespräch zum Thema Blockchain auch mitreden zu können. 

 

1. Die Technologie ist schon überall 

Blockchain ist bestens bekannt als digitale Infrastruktur hinter der Kryptowährung Bitcoin. Kurz gesagt handelt es sich um ein Spreadsheet mit Millionen von Transaktionen – häufig auch als „Dgital Ledger“ bezeichnet – das dezentralisiert auf Tausenden von Computern gleichzeitig verwaltet wird.

Als hoch sicheres Peer-to-Peer-Netzwerk zur Verifizierung einer großen Anzahl von Transaktionen gewährleistet Blockchain nicht nur die Datenverarbeitung hinter digitalen Währungen, sondern auch das Datenmanagement für nachhaltige Fischerei, digitale Musikveröffentlichungen und Applikationen des Internet-of-Things wie Türschlösser mit Münzeinwurf. Der nächste große Trendbereich für Blockchain ist Steuerung und weltweites Tracking von Gütern und Personen über nationale Grenzen hinaus. 

 

2. Blockchain könnte Programmatic Advertising revolutionieren

Die Wirksamkeitsmessung programmatischer Werbung wirft momentan große Probleme auf. Im Jahr 2016 verloren Werbetreibende rund 7,2 Mrd. US-Dollar durch Bot-Betrug ANA). Aber durch den Einsatz von Blockchain ließe sich gerade hier dringend benötigte Transparenz schaffen und Ungereimtheiten vermeiden. Das System kann Millionen von Transaktionen verarbeiten und verifizieren. Daher könnte Blockchain auch zur Verfolgung programmatischer Werbeauslieferung genutzt werden.  

Abgesehen von der Ad-Verifizierung könnten Marketer über das finanzielle Backbone von Blockchain Werbekäufe in einem direkten Bezahlsystem abwickeln. Pioniere wie das dänisch-amerikanische Startup BitTeaser verzichten völlig auf Zwischenmänner und bieten Publishern die Möglichkeit, Werbekäufe in Bitcoin, Dodgecoin und anderen Kryptowährungen sofort zu bezahlen. So lassen sich potenziell auch die Gesamtwerbekosten pro Transaktion senken.

 

3. Neue Wege der Einflussnahme für Konsumenten 

Blockchain hat sich als exzellentes Tool zur Verfolgung und Aktualisierung des Werts digitaler „Tokens“ über ein globales Netzwerk bewährt, also z.B. der Währung Bitcoin. Doch das ist erst der Anfang. Der Marketingpionier Jeremy Epstein, CEO von Never Stop Marketing, zeichnet die Vision einer Welt, in der Blockchain zur Ausgabe digitaler „Tokens“ genutzt wird, mit denen User verschiedene Produkte und Services bezahlen können.

Möglich wären z.B. spezielle Tokens zum Einlösen für Transport- und Mitfahrservices wie Uber und für Fitness-Center, oder exklusive Token-Systeme nur für vegane Restaurants. Durch die Art, wie Konsumenten diese Tokens erwerben und ausgeben, lassen sich Rückschlüsse auf den Lifestyle und persönliche Präferenzen ziehen. Dabei würden die Tokens auch quasi zu Statussymbolen, etwa Zugang zu exklusiven Luxus-Wellnesscentern.

 

4. Produkte werden lebendig

Blockchain unterstützt so genanntes „Linking“ von sensorgestützten Produkten – z.B. ein Sweatshirt mit einem RFID-Chip – für Apps und Software-Plattformen. Die logischste Anwendung liegt in der Authentifizierung der Echtheit von Markenprodukten, wie sie die Identifizierungslösung VeChain aus Schanghai anbietet. Denn es ist immer schön zu wissen, dass die nächste 4.000 US-Dollar Designertasche kein Plagiat ist...

Doch das ist noch nicht alles: Die Technologie unterstützt auch neue Ebenen von Storytelling und Consumer Experiences, die aktiviert werden, wenn Nutzer ihr Smartphone über das Produkt bewegen: „VeChain kann mit Fotos, Videos und sogar mit personalisierten Informationen programmiert werden, wie dem Kaufdatum eines Produkts und vielleicht für wen es gekauft wurde und warum,“ sagen Qiao Ran Huang und Joshua Robert Hupper, Gründer des Fashion-Tech-Labels Babyghost, das auch Produkte mit „Golden Tickets" für Lotteriegewinne auflädt. 

 

5. Datenschätze für Marketer

Durch die Fähigkeit, riesige Mengen an Transaktionen zu verfolgen und zu sichern, eröffnet Blockchain für Marketer eine wahre Schatzkiste an Konsumentendaten, aus denen sich wertvolle Insights gewinnen lassen (dieses so genannte „Mining“ steht für das wertgenerierende System von Bitcoin). Das Ergebnis ist eine Zukunft, in der Marketer den Wert ihrer Initiativen nicht nur grob schätzen, sondern präzise verfolgen können. Anhand dieser Daten wissen Sie immer, worauf individuelle Kunden ihre Aufmerksamkeit richten.

Allerdings werden reichhaltige Datenquellen nicht kostenlos sein: Bereits heute können Nutzer solcher Plattformen im Gegenzug für ihre Aufmerksamkeit und ihr Engagement echtes Geld (oder virtuelle Währungen) erhalten, z.B. auf der Blockchain-basierten Social Media-Plattform Steem. Und mehr noch, Konsumenten sind nicht auf ein bestimmtes Belohnungssystem und Loyalty-Programm festgelegt, sondern können Blockchain-basierte Währungen völlig frei tauschen, etwa auf Marktplätzen wie ShapeShift. Bereits jetzt steht fest: Letztendlich bringt die „Blockkette“ mehr Freiheit, sowohl für Marketer als auch für Konsumenten und deshalb sollten wir sie unbedingt im Auge behalten.