Digitales Marketing im Jahr 2018: Was wird “In” und was total “Out”?

 
 

Wie schnell doch die Zeit vergeht: Vor unglaublichen zehn Jahren(!) stellte Apple das iPhone vor – und seitdem haben sich Marketing-Branche sowie Konsumenten-Erwartungen radikal verändert. Egal ob in den USA oder in der DACH-Region, überall müssen Marketer auf zunehmend anspruchsvolle Kunden eingehen und immer persönlich relevanteres Marketing bieten.

Und mal ehrlich: Angesichts der vielen technischen Veränderungen fällt es Marketern auch nicht immer leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen. Was sind die kommenden Mega-Trends, was ist Schnee von Gestern – und was sind die Fettnäpfchen, die künftig unbedingt zu vermeiden sind?

Für alle Marketer, die weiter aufs richtige Pferd setzen möchten hat Selligent die übersichtliche In & Out-Liste der digitalen Marketingtrends für 2018 zusammengestellt.

Up Mega-In: Künstliche Intelligenz erobert das Marketing

Im Blog hatten wir bereits den Siegeszug der künstlichen Intelligenz (KI) im digitalen Marketing angekündigt. Und was einst Zukunftsmusik war, wird 2018 Alltag: Einer Untersuchung von Salesforce zufolge soll der Einsatz von künstlicher Intelligenz die nächsten zwei Jahre über um 53 Prozent zunehmen.

Eingebettet in Audience Engagement Plattformen bringt künstliche Intelligenz ein bislang unerreichtes Maß an kontextbezogener Relevanz ins automatisierte Marketing. Hier kann KI in Echtzeit Daten zu Standort, Historie und aktuelle Situation auswerten und perfekt auf die aktuellen Bedürfnisse des Kunden eingehen.

Im Zuge dieser Entwicklung erwartet Selligent Chief Marketing Officer Nick Worth weiterhin: „Künftig folgen Customer Journeys keiner ‚Map’ oder vordefinierten Pfaden. Mithilfe von KI wird es endlich möglich, Konsumenten auf Schritt und Tritt zu folgen und ihre tatsächlichen Wünsche mit dynamischen Experiences zu bedienen.“

Down Mega-Out: Fehlende Transparenz in der Datenerfassung

Am 25. Mai 2018 ist es so weit: Dann tritt die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in allen EU-Mitgliedstaaten in Kraft. Sie bringt neue Anforderungen an die sichere Verwahrung und Erfassung von Kundendaten ­– vor allem was die Einverständniserklärung der betroffenen Konsumenten angeht.

Momentan fühlen sich 48 Prozent der deutschen Unternehmen nicht gerüstet für die DSGVO (Veritas). Aber wer spätestens im Mai keine klaren Richtlinien und Data Policies vorweisen kann, ist nicht nur total „out“ sondern verpasst auch eine Chance. Denn wer auf Vertrauensbasis relevante Daten sammelt, begeistert im Gegenzug durch echtes Consumer-First Marketing gemäß der Wünsche individueller Kunden.

Sie wollen im Datenschutz keinen Faux Pas riskieren? Lesen Sie auch unser White Paper „So wird Datenschutz zum Brand Asset“ und einen aktuellen HORIZONT Online Artikel zum Umgang mit Kundendaten von Selligents Director of Global Brand Strategy, Alex Handcock.

Up  In: Hyper-personalisiertes Marketing für einzelne Kunden

Es wird persönlich! Einen enormen Vorteil hat die DSGVO-pflichtige Zustimmung zur Datenerfassung: Sie gewährt Marketern legalen Zugang zu aussagekräftigen Daten zu Vorlieben und Verhalten einzelner Kunden. Diese liefern die Grundlage für hoch individualisiertes Engagement für jeden einzelnen Kunden auf den richtigen Kanälen, dynamisch und in Echtzeit. Trends wie biometrische Erkennung – etwa Gesichtserkennung im iPhone X – beschleunigen diese maßgeschneiderten Customer Experiences.

Down  Out: Umständliche Customer Experiences

Zeit ist Geld und Kunden verlangen reibungslose Online Experiences. Aktuell erwarten 47 Prozent der Konsumenten, dass eine Website schneller als 2 Sekunden lädt und 30 Prozent aller Internet-Nutzer verlassen eine Seite, die länger als 6 Sekunden Ladezeit braucht (KissMetrics). Ebenfalls voll „out“ sind umständliche Prozeduren beim Bezahlen im Online-Shop (rund 46 Prozent der Kunden brechen ihren Einkauf beim Zahlvorgang ab) oder wiederholte Eingabe persönlicher Daten, was für 21 Prozent der abgebrochenen Warenkörbe sorgt (BusinessInsider). Wer die richtigen Daten sammelt und auch nutzt, hat hiermit keine Probleme.

Up  In: Kunden wollen Live-Video-Content

Aktuell generiert Streaming-Video-Content bereits 75 Prozent des gesamten Web-Traffics (KPCB). 2018 wollen Kunden das besondere Extra, nämlich Live-Video-Content. Für Marketer interessant: Kunden verbringen 300 Prozent mehr Zeit Live-Videos im Vergleich zu aufgezeichneten Videos (Facebook) und 82 Prozent der Konsumenten findet Live-Videos von Marken besser, als alle anderen Social Media Inhalte (LiveStream).

Down  Out: Kein Budget für Paid Social Ads

2018 sind die Zeiten des kostenlosen Organic Reach auf Facebook und Co endgültig vorbei. Dafür sorgen die Algorithmen. Wer daher kein Budget zum Boosten von Posts oder Werbungen in Facebook Messenger bereitstellt, verpasst schnell den Anschluss. Ebenfalls voll im Kommen sind Native Ads, die auf mobilen Endgeräten satte 400 Prozent(!) höhere CTRs erzielen, als herkömmliche Display Ads (Polar). Der Schlüssel zum Erfolg: Persönlich relevante Botschaften auf dem richtigen Kanal, basierend auf kundenspezifischen Daten in universellen Kundenprofilen.

Up  In: Audio-Content erlebt ein Comeback

Video bleibt 2018 die Königsdisziplin im Marketing (nicht umsonst ist YouTube die zweitgrößte Suchmaschine direkt nach Google). Aber: Marketer investieren wieder verstärkt in Audio-Werbungen. Grund ist die steigende Beliebtheit persönlicher Assistenten mit Sprachsteuerung (Apple Siri, Amazon Echo, Google Home) sowie Streaming-Musikplattformen wie Spotify.

Down  Out: Masse statt Klasse

Generalisierte Marketingbotschaften für Massenpublikum? Voll Out! 2018 liegen jene Marken in der Gunst der Kunden ganz weit vorne, die ihre Botschaften an einzelne Kunden anpassen, etwa durch dynamische Website Experiences. Weitere Vorteile genießen Marketer mit Mut zur Nische: Ein genau definiertes Fachpublikum mag zwar von der Größe her überschaubar sein, generiert jedoch hochgradiges Engagement und starke Markentreue. Und Vorsicht im Influencer-Marketing: Auch hier zählt 2018 angesichts der vielen „VIP Blogger“ mit „Fake Followers“ ebenfalls Masse statt Klasse.

 

Interesse an weiteren aktuellen Marketing-Trends? Hier auch unser Ratgeber zum effektiven Marketing in Smart Homes